Tagebuch eines Farmers

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Das scheint das Tagebuch eines hier ans√§ssigen Farmers zu sein. Es √ľberspannt viele Jahre. Einiges davon ist in unleserlichem Gekrakel geschrieben und einige Seiten fehlen oder sind so verschmutzt, dass sie unleserlich sind, aber beim Durchbl√§ttern findet ihr gut lesbare Abschnitte.

Hab heute einen guten Preis f√ľr unseren Mais bekommen. Die Ranger haben kr√§ftig rekrutiert, kein Wunder also, dass sie mehr Nahrungsvorr√§te als sonst bruchten. Musste zwar ein wenig mit dem alten pendantischen R√ľstmeister feilschen, habe aber eine gute Ladung Scrap und sogar ein paar neue Werkzeuge bekommen.

Hab mir die neuen Rekruten angesehen. Nicht viel zu sehen. Hoffe sie können sie in Form bringen. Ich weiß, dass einige ihrer "langweiligen Aufgaben" darin besteht, unsere Farmen zu bewachen. Besser wenn sie es gut machen.
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Tabby und ich haben die f√ľnf Jahre in unserem neuen Heim gefeiert. Immer noch die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Der Boden ist h√§rter und die Biester gef√§hrlicher, aber ich hab nie wirklich zu sch√§tzen gewusst, was Frieden f√ľr einen Unterschied macht. Ich kann aufwachen, ohne mir Sorgen zu machen, dass Pl√ľnderer vor der Haust√ľr auftauchen. Selbst nach f√ľnf Jahren ist das ein komisches Gef√ľhl.

Dieser junge Sch√ľtze, den sie uns zugewiesen haben, besteht darauf, dass wir ihn mit so einem Schwachsinns-Spitznamen ansprechen. Mich nervt es gewaltig, aber die Frau hat Gefallen an ihm gefunden. Behandelt ihn wie einen ihrer Jungs. Und bei allem was recht ist, er geht sogar hier auf der Farm zur Hand, wenn er Zeit hat.
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Abgesehen vom l√§cherlichen Spitznamen ist dieser Junge ein Meistersch√ľtze. Irgend ein seltsamer Kojote h√§tte fast Bills Bein mit einem Biss abgebissen, aber der Junge hat ihm direkt zwischen die Augen geschossen, gerade √ľbers ganze Feld.

Hab sowas wie diesen Kojoten nie gesehen. Er war gr√∂√üer als alle die ich je gesehen hatte und au√üerdem hat sich das Fell hart angef√ľhlt. Fast wie Stahl.

Die Ranger-Zentrale hat 'nen Arzt rausgeschickt, um Bills Bein zu versorgen. Chancen stehen gut, dass er's behalten kann, Gott sei Dank.
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Der Junge ist zur Zentrale zur√ľckgerufen worden. Irgendwas wegen Streifeng√§ngen, um die √Ėdnis aufzur√§umen. Ger√ľchte tr√∂pfeln rein, dass es im Westen und Norden ziemlich √ľbel aussieht. Ich und die Frau beten t√§glich, dass dieser Krieg oder was auch immer bald vorbei ist.
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Dinge waren jetzt seit ein paar Monaten ruhig. Ein Segen, sch√§tze ich, obwohl es sich nicht wie einer anf√ľhlt. Ich bin bei den Gr√§bern der Jungs gestanden. Ein Jahr her seit ich den letzten begraben hab, neben den beiden Rangern die f√ľr uns gek√§mpft haben. Kein Tag geht vorbei an dem ich sie nicht besuche oder sie vermisse.

Komisch ist, dass der Schaden den diese Verbrennungsmaschinen im letzten Jahr angerichtet haben uns sogar hilft. Sie haben unsere Ernte verbrannt und uns fast getötet, aber dieses Jahr scheint der Boden erholt. Ist nicht viel, aber die Frau sagt, wir sollen jeden Segen achten, also schätze ich, dass es so passt.
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Sint kam mit mehr Ger√ľchten heim, dass die Ranger weggehen. Hab den Abend damit verbracht mit dem ganzen Haushalt dr√ľber zu reden, aber trotz allem wei√ü ich, dass wir nicht wegkommen, wenn es hart auf hart kommt. Hoffe es sind nur Ger√ľchte.
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Bin heute runter zur Zentrale gereist, um die letzten Vorratswagen der Ranger beim Wegfahren zuzusehen. Hab ein paar Buh-Rufe von ungl√ľcklichen Farmern geh√∂rt. Dachte, ich sollte mitmachen, aber ich wei√ü nich'. Sind sie uns wirklich was schuldig? Und abgesehen davon, wie schlimm kann's werden? Klar, die Rangers sind weg, aber die meisten Bedrohungen auch. Die Farmen machen alle gemeinsame Sache. Wir werden ein Auge auf das alte Gef√§ngnis werfen und uns gemeinsam gegen Pl√ľnderer verb√ľnden. Von uns gibt's zu viele, als dass sie richtig √Ąrger machen k√∂nnten. Ich hab ein gutes Gef√ľhl f√ľr die Zukunft.
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Das Gefängnis ist immer noch verlassen, abgesehen von ein paar Hausbesetzer-Junkies. Hab letztens mit Farmer Johns Tochter gesprochen. Das blöde Mädel nahm es gar nicht gut auf, dass ich ihren Dad Blödian genannt hab, aber sie weiß, dass ich recht hab. Er mit seinen Untergangsprophezeiungen, dass das Gefängnis unser Untergang wär. Will es sogar abreißen. Abreißen?! Womit?!

Ein paar Pl√ľnderer haben Hamiltons Farm drau√üen im Osten bel√§stigt. Aber die Jungs haben einen Trupp zusammengestellt und haben jeden einzelnen bis zum letzten von denen gefangen genommen und sie entlang des Highway aufgekn√ľpft. Sollte schlechte Neuigkeiten jetzt l√§nger fernhalten.

Ein signifikanter Teil des Tagebuchs fehlt nach diesem Eintrag, grob rausgerissen.

Nicht mehr viele von uns sind √ľbrig. Sint hat vor 'ner Weile angefangen "den Spielstand mitzuschreiben" wie er es nennt. K√∂nnte kotzen, wenn ich seine Karte anschaue. Rote Punkte auf jeder Farm, die Pl√ľnderern zum Opfer gefallen ist. Johns Farm ist gerade letzte Nacht abgebrannt, aber hab geh√∂rt er und seine Tochter kamen raus. Ich hoff's von ganzem Herzen. Ich schau mir meine eigenen M√§dels an und wei√ü nicht was ich tun soll. W√§ren sie sicherer, wenn ich sie wegschicke?
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Pl√ľnderer haben wieder unsere Farm √ľberfallen. Wir haben unsere Waffen gestreckt, als wir ihre Anzahl gesehen haben, haben die M√§dchen versteckt und dank dessen haben sie uns leben lassen, aber es war knapp. H√§tte nicht gewusst, was ich getan h√§tte, wenn sie sie gefunden h√§tten.

Sie sind mit ungef√§hr der halben Ernte und fasst all unseren Werkzeugen abgezogen. Schmelzen sie wahrscheinlich zu Waffen ein, sch√§tze ich. "Pflugscharen zu Schwertern" oder sowas. Bin blo√ü froh am Leben zu sein. Aber, ich wei√ü nicht wie wir den Winter √ľberleben sollen, ganz zu schweigen vom n√§chsten Sommer.
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Ein Wunder. Es ist was es ist, ein Wunder. Ein paar M√§nner sind vor unserer Haust√ľr mit unseren Werkzeugen aufgetaucht. Unseren eigenen Werkzeugen. Die M√§nner sahen f√ľr mich wie Pl√ľnderer aus, aber nannten sich eine Miliz. Die Red Skorpions oder sowas. Mir egal ob sie sich die Kopfstehende Froscharmee nennen, ich konnte nicht aufh√∂ren ihnen zu danken, oder √ľber ihre bedr√∂ppelten Gesichter zu lachen, w√§hrend meine Frau sie st√§ndig umarmte.

Sie gaben uns auch ein paar Nahrungsmittel, um √ľber den Winter zu kommen und lie√üen uns wissen, dass sie die alte Ketten-Gang aus dem Gef√§ngnis geworfen haben. Was f√ľr eine Erleichterung. Sie mochten es nicht, als ich sie die "neuen Ranger" genannt hatte, ich meinte das als Kompliment.
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Ich bin seit √ľber einem Jahrzehnt hier gewesen, aber ich hatte endlich genug. Diese "neue Weltordnung" von den Skorpions ist der gr√∂√üte Pott Schei√üe den ich je ausl√∂ffeln musste. Wenn uns die Pl√ľnderer √ľberfielen sagten sie wenigstens nur "yup, wir √ľberfallen euch, gebt uns euren Krempel." Die Skorpions erfinden so schei√ü ausgefallene Entschuldigungen wie "unproduktive Farm" und "Reorganisation f√ľr das √ľbergeordnete Wohl". Blo√ü eine Ausrede um mich rauszuschmei√üen und meine Felder zu holen.

Schei√ü drauf, ich geh endlich den Rangers hinterher. Selbst wenn sie nur noch halb so gut wie fr√ľher waren, wie uns die Skorpions weismachen wollen, ist das immer noch ein gutes St√ľck besser als die Bastarde die hier √ľbernommen haben. Und ich lass' es diesen "Aufseher" Typen wissen, k√∂nnt ihr mir glauben. Hab ihm gesagt, wir ziehen zum Gebiet der Ranger und er kann mich am Arsch lecken. Er war nicht gl√ľcklich dar√ľber, aber was will er machen? Uns erschie√üen?

Nach diesem Eintrag folgen keine weiteren mehr.

Erstellt von Pandur | am 20.09.2014