Rollespiele 2015: Witcher 3 - Hearts of Stone

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Geralt von Riva war immer seines eigen Schicksals Schmied. Doch als er durch einen scheinbar x-beliebigen Aushang in ophirische Gefangenschaft gerät, sieht er sich gezwungen einen Pakt einzugehen, der fortan sein Leben bestimmen soll. Mit Hearts of Stone, dem ersten Erweiterungsset zu Witcher 3, schlüpft ihr, abseits von Ciris Geschichte um die Wilde Jagd, erneut in die Rolle des Hexers und dürft ein neues gut zehnstündiges Abenteuer erleben, welches sich wie ein weiterer Geschichtsstrang aus der Hauptgeschichte gibt.

Hearts of Stone beginnt mit einem erfahrenen Geralt, der mindestens Charakterstufe 32 erreicht haben sollte. Euer Endgame Spielstand von Witcher 3 ist somit der ideale Start. Aber auch Spielstände kurz vor der Endschlacht sind möglich. Optional bietet Witcher 3 euch eine hochstufige Version eures bisherigen Charakters an, falls ihr noch nicht so weit seid. NG+ Spieler müssen leider noch Mal bis zum Ende bzw. Stufe 62 spielen. Geralt hat automatisch die "der zarte Hauch des Bösen" Quest im Tagebuch, welche ihn erneut in den Nordosten von Novigrad führt. Statt bei Yantra und dem Moldavie-Anwesen zu enden, sind nun zahlreiche neue Siedlungen in diesem Bereich hinzugekommen, die als Schauplatz für Geralts Abenteuer mit dem Spiegelmeister dienen.

Als erfahrener Hexer wird Geralt dabei Kopfüber ins Schlamassel geworfen und muss innerhalb der ersten Spielstunde bereits mehrere Bosskämpfe bestreiten, die etwas härter als im Grundspiel sind. Während diese jedoch dem Standardprinzip folgen (Einfaches Wiederholen der Ausweichen-Ausweichen-Zuschlagen-Kombination), werden die Endbosse gegen Ende von Hearts of Stone tatsächlich taktisch anspruchsvoller. Der Geist des von Everec Anwesens, erscheint ständig wieder mit voller Lebensenergie oder der aggressive Gärtner gewinnt durch seine Treffer dermaßen viel Vitalität zurück, dass sehr viel Geschick und Geschwindigkeit zum Sieg nötig sind. Abgesehen von diesen Bossen, kommen mit den Arachnomorphen neue Standardgegner hinzu, die stets versuchen auf Distanz zu bleiben und aus dieser Sicherheit versuchen den Hexer zu lähmen, um dann einen verletzenden Nahkampfangriff auszuführen.

Sehr gut passen dazu die neuen ungewöhnlichen Waffen. Besagter Gärtner hinterlässt Beispielsweise seinen Spaten, der bei Treffern eine beträchtliche Menge Vitalität bei Geralt herstellt. Oder Olgierds "Überlegene Karabela", die durch Schäge zu glühen beginnt und dadurch wiederum mächtigen Schaden anrichtet. Passend dazu gibt es zwei neue Ausrüstungssets. Das Viperngiftset (sechsteiliges Hexerausrüstung), welches sich durch besonders hohe Gift-Resistenz auszeichnet, sowie das Ophirische Magierset (vierteilig), das im abendländischen Look daher kommt und sämtliche Zeichen verstärkt. Der ophirische Händler an der "neuen Mühle" bietet gegen eine beträchtliche Summe (30.000 Kronen) neue Verzauberungen an. Statt den bisherigen Glyphen und Runen, die beliebig kombiniert werden konnten, füllen diese Runenwörter alle Slots eines Gegenstandes und geben dadurch einen dienlichen Effekt. Wie z.B. das jeder tödliche Hieb 25% Ausdauer wieder herstellt, Gegner, die auf Yrden-Fallen treffen, neue Yrden-Glyphen am Boden erzeugen, oder alle angelegten Rüstungsteile als leicht, mittelschwer oder schwer gelten.

Derart gut ausgerüstet, dürft ihr mit Hearts of Stone einer Geschichte bewohnen, die vom Umfang her mit dem Velen Geschichtsstrang von Keira Metz und dem Blutigen Baron zu vergleichen und mindestens genauso schön erzählt ist. Die CD Projekt RED Schreiberlinge haben sich dafür wieder einiges einfallen lassen und wie zuvor mit viel Aufwand in Szene gesetzt. So taucht Geralt für ein Abenteuer Beispielsweise in ein Gemälde ein, wofür die gesamte Welt mit einer Art Malfilter belegt ist. Grundstein für die neue Geschichte sind einige Charaktere aus Witcher 3, die bislang zu kurz gekommen sind. So seht ihr u.a. Vimme Vivaldi wieder, den Betreiber der Novigrader Wechselstube. Ferner trifft Geralt in Oxenfurt auf seine Witcher 1 Bekannte Shani und kann mit ihr einen weiteren One-Night-Stand eingehen. Um die Hauptgeschichte von Witcher 3 nicht zu manipulieren, ist eine echte Romanze jedoch nicht möglich.

Abgesehen von der Hauptgeschichte, bietet das neue Novigrad Gelände selbstverständlich wieder Haufenweise Monsternester, Banditenlager, Verborgene Schätze und einige weitere Nebenquests. Lediglich neue Hexeraufträge sind nicht im Paket enthalten. Ebenso gibt es eine ganze Reihe neuer Gwint-Karten, für den Zeitvertreib zwischendurch und kleinere Features zur Verbesserung des Gameplays, wie z.B. vier statt zwei Tränke-Plätze.

Alles in Allem ist Hearts of Stone ein sehr gelungenes Erweiterungsset, das ebenso liebevoll entwickelt wurde wie das Grundspiel. Mit einer sehr guten Wünsch-dir-was-Geschichte und der üblichen Priese Humor, bietet Hearts of Stone 10 - 15 Stunden Spielspaß bei einem Preis von ungefähr 10 Euro. Einzig zu bemängeln sind ein fehlender Abspann für die zwei möglichen Enden, wo Witcher 3 selbst doch für jede Kleinigkeit eine neue Sequenz bot. Und die neuen Talente, die lediglich allgemeine (1-Punkt) Talente sind, keine guten neuen Optionen bieten und das Talentsystem weiterhin unbedeutend halten. Dennoch ist Hearts of Stone meiner Meinung eines der besten DLCs der letzten Jahre.

Erstellt von Pandur | am 14.10.2015

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