Lösung - Leviathan

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Knight of the Old Republic Review

  • Entwickler: BioWare
  • Vertrieb: LucasArts
  • Genre: Rollenspiel
  • Plattform: Xbox
  • Getestet am: 09.11.2003
  • Von: Pandur
  • 111 weitere Bildschirmfotos
  • Pro: - Wundervolle Geschichte

    - Brilliante Umsetzung des Star Wars Universums

    - Vortreffliche Sprachausgabe

    - Atemberaubende Kämpfe

    - Amüsante Charaktere
  • Contra: - Die ersten Stunden des Spiel sind zu langweilig

    - Zu viel herumgerenne

    - Leichte Framerate Probleme (Xbox)

    - Gewöhnungsbedürftige Steuerung (PC)
  • Gameplay: 91%
  • Grafik: 80%
  • Sound: 95%
  • Gesamtwertung: 88%
  • Wertung abgeben
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Eingewöhnungsphase: ca. 30 Min
  • Preis: 39,90 €

Für gewöhnlich kann man auf ein eher mittelmäßiges Spiel schließen, wenn der erste Satz des Spieles mit "4000 Jahre vor dem galaktischem Imperium..." anfängt, aber nicht so bei BioWare. Denn welche Freiheiten bringt es dem Spieler schon, ein Abenteuer neben der Geschichte von Obi Wan, Prinzessin Leia zu erleben und zu wissen, dass man selbst niemals Darth Vader besiegen oder ihm gar den Rang ablaufen wird? Ist es nicht viel eindrucksvoller, selbst zum neuen Herrscher der Galaxis zu avancieren und in einem Krieg von Tausenden Sith gegen Jedi-Ritter ganze Planeten auslöschen zu können? Eine ähnliche Überlegung haben die Kanadier zweifellos bei der Entwicklung dieses Spiels angestellt.
Ihr startet eure Karriere als Soldat, in dem "die Macht" ganz einfach stark ist, entwickelt im Spielverlauf die verschiedensten Jedi-Fähigkeiten und bestimmt durch eure Handlungen sowohl euren Weg zur guten oder dunklen Seite der Macht, als auch den eigentlichen Spielverlauf. Ich könnte euch exakt erzählen, wie mein Charakter sich durch das Spiel gefunden hat und euch trotzdem einen Großteil der Geschichte verschweigen, da es schlicht und einfach unmöglich ist, alle Elemente bei einmaligem Durchspielen mitzunehmen. Daher möchte ich euch einige Highlights aufzeigen. Bevor ihr KotOR beendet, werdet ihr:

  • ein Training an der Jedi/Sith Academy absolvieren und dort sowohl den Jedi/Sith Code als auch die Bedeutung der Farbe der Lichtschwerter erlernen.
  • Sith-Fighter (die Vorgänger der TIE-Fighter) in Raumgefechten vom Himmel holen.
  • Bekanntschaft mit den äußerst gut gelaunten Kopfgeldjägern und dem Wirt in der Cantina von Tatooine machen.
  • den Waldplanet der Wookies, Kashyyyk, mit ihren Baumhaussiedlungen erkunden.
  • einen Spaziergang durch's Weltall auf dem Rumpf eines riesigen Leviathan (Vorgänger der Sternenzerstörer) machen.
  • eurem alten Meister gegenüber treten.
Selbstverständlich könnt ihr nebenbei einige Sidequests erledigen, wie z.B:
  • "Verbrecher" jagen und ihr Kopfgeld kassieren.
  • die Wookies aus ihrer Sklaverei befreien.
  • inen Mordfall als Jedi-Anwalt aufklären.
  • ein oder zwei Mal ins Gefängnis geworfen werden und daraus wieder entfliehen.
  • Dinge für die Star Wars Mafia schmuggeln.</li>

Gameplay



Es zahlt sich aus, wenn man keine neue Spiel-Engine stricken muss, bevor man das Spiel selbst angehen kann. Indem BioWare ihre aus Neverwinter Nights (NwN) bekannte Aurora-Engine aufpäppelte und für KotOR wiederverwendete, blieb ihnen genügend Zeit, ihre bisherigen Erfolgsrezepte nochmals zu verfeinern. So entwickelte sich ein Rollenspiel, welches vom Grundaufbau Baldur's Gate 2 (BG2) sehr ähnlich ist. Nachdem euch euer Weg zur Fluchtkapsel der Endor Spire mit der Steuerung vertraut gemacht hat, arbeitet ihr euch zunächst relativ linear durch den ersten von 7 Planeten. Dabei lest ihr erste Gruppenmitglieder auf und gelangt letztendlich an das schnellste Raumschiff der Galaxis, den Ebon Hawk. Von nun an steht euch der Spielverlauf durch die Wüsten von Tatooine, die Wasserwelt von Manaan, u.v.m., vollkommen frei, bis ihr letztlich auf einer unbekannten Welt strandet. Währenddessen könnt ihr die Geschichte eurer Gefährten miterleben und andere Sidequests erfüllen. Im Gegensatz zu BG2 ist BioWare die Umsetzung der "Festung" deutlich besser gelungen. Der Ebon Hawk ist quasi fasst immer per Knopfdruck erreichbar (außer in Gebieten, wo ihr von der Außenwelt abgeschnitten seid) und bietet neben Sidequests (blinder Passagier, umherlaufende Ladung etc.) zahlreiche nützliche Eigenschaften. So lässt sich beispielsweise die Partyaufteilung dort regeln oder an der integrierten Werkbank Waffen oder Rüstungen aufrüsten.

In punkto Partysteuerung hat BioWare eine exzellente Mischung aus BG2 und NwN gefunden. Der zu Spielbeginn erschaffene Charakter treibt die Geschichte selbst voran und steht somit immer als Ansprechpartner bei Verhandlungen mit anderen parat. Neben ihm trefft ihr im Spielverlauf auf 9 weitere Charaktere, welche sich eurer Schiffsbesatzung anschließen. Jeweils zwei dieser lassen sich in die eigentliche Gruppe aufnehmen (und jederzeit am Ebon Hawk austauschen). Von diesen lässt sich immer einer direkt steuern, während der Rest skriptgesteuert folgt. Anders als bei NwN könnt ihr den derzeit steuerbaren Charakter jedoch wechseln und die Steuerung der anderen dem Computer überlassen. So lassen sich mit den Fähigkeiten der Twi'lek Schurkin, Mission Vao's, Schlösser knacken oder mit den Sprachkenntnissen des Droiden HK-47 unverständliche Geräusche in zusammenhängende Texte übersetzen.
Das Kampfsystem folgt ebenfalls den NwN-Vorgaben, weist jedoch den Vorteil auf, dass es das Spiel automatisch pausiert, sobald ein Gegner die Szenerie betritt. So bekommt ihr die Gelegenheit, Ausrüstungsgegenstände zu wechseln, die Kamera um das Kampfgeschehen zu drehen und so alles genauestens unter die Lupe zu nehmen, bevor es losgeht. Im rundenbasierten Kampfmodus stehen diverse potenzielle Aktionen zur Auswahl: Sie reichen von Blaster abfeuern, über Lichtschwert oder Granatenwerfen und Jedi-Fähigkeiten einsetzen, bis hin zu Schutzschilder aufbauen und Gegenstände (wie Verbandpakete) einsetzen. Trickreicherweise braucht ihr dieses jedoch nicht mal zu machen, denn die derzeit nicht gesteuerten Charaktere folgen automatisch ihrem Angriffsskript und setzen selbstständig erforderliche Fähigkeiten, etc., ein. Somit könnt ihr euch als Hauptcharakter ebenso gut zurücklehnen und zusehen, wie der Rest der Gruppe die Gegner ausschaltet.

Bei so viel Geschichte und Kämpfen sorgen die Minigames des Spiels für eine willkommene Abwechselung. Im Gegensatz zu Spielen wie Final Fantasy, etc., sind diese größtenteils optional (und wenn nicht, unmöglich zu verlieren). So müsst ihr
  • zu Bastilas Befreiung ein (aus Star Wars I bekanntes) Pod-Rennen fahren und könnt eure Rennfahrerkarriere später auf den anderen Planeten fortsetzen.
  • auf der Flucht vor Lord Malaks Armada Sith-Fighter mit dem Bordgeschützen des Ebon Hawk zerschießen
  • oder vollkommen freiwillig Tourniere in einem 17+4 ähnlichem Kartenspiel austragen.

Grafik



Auf den ersten Blick sieht KotOR eher wie ein Actionspiel à la Tomb Raider oder einem weiteren Jedi Knight Teil aus, als das typische Konsolenrollenspiel. Detaillierte Charaktermodelle agieren lippensynchron in Gesprächen, vollziehen eindrucksvolle Kampfanimationen und werden nur noch von den außergewöhnlichen Spezialeffekten getoppt. Das Kamerasystem scheint sich nie in Wänden, o.ä., zu verheddern. Einzig und allein ein paar kleinere Ruckler an manchen Stellen des Spiels können das Erscheinungsbild trüben.
Aber darüber trösten die liebevoll gestalteten Landschaften schnell hinweg. Jeder der 7 Planeten verfügt über mindestens 2 verschiedene Grafikstile (Plattensets), die sämtliche Erinnerungen an den eigentlich quadratischen Neverwinter Nights Ursprung vergessen lassen. Von den Sumpflandschaften geht es hinauf in die Baumstädte Kashyyyks. Mit einem Mini-U-Boot schwimmt ihr von der hochtechnologisierten Hauptstadt Manaans auf den Boden des Planeten, um gleich darauf in den Dünen von Tatooine zu schwitzen. Doch am Eindruckvollsten dürfte zweifellos der weiße Sandstrand und das blaue Meer der Rakata Welt sein. Selbstverständlich fehlen kleinere Animationen, wie z.B. Sandstürme auf Tatooine, nicht in der Palette.

Wie aus NwN bekannt, spiegeln sich alle Änderungen der Ausrüstungsgegenstände (Rüstungen, Waffen, etc.) im Aussehen der Charaktere wider. Ihr könnt problemlos den Unterschied zwischen Carths eigenem Blaster und jeder anderen Pistole erkennen oder nach Unterschieden in den Jedi/Sith-Roben suchen. Natürlich reflektieren die schweren metallischen Rüstungen sämtliche Lichtquellen der Umgebung wieder. Einzig und allein die Wookie-Modelle bzw. Texturen sind nicht so exzellent gelungen.

Als kleines Manko könnte man die wenigen Spielermodelle aufzeigen. Denn leider ist der Hauptcharakter auf die menschliche Rasse beschränkt und bei der Wahl des Kopfes stehen für jedes Geschlecht nur 15 verschiedene Modelle zur Auswahl. Ferner scheint es nur noch wenige Kopfmodelle für die jeweiligen außerirdischen Rassen zu geben, wodurch sich manche Charaktere des Spiels höchstens in der Hautfarbe unterscheiden.
Letztere kommen in den Gesprächen äußerst gut zur Geltung, denn alle Gespräche werden zwischensequenzmäßig in einer Letterbox dargestellt, wobei die eingeblendeten Untertitel für ein besseres Kino-Fealing selbstverständlich ausgeblendet werden können.

Die Kampfanimationen suchen ihresgleichen. Jeder Jedi wehrt scheinbar automatisch feindliches Blasterfeuer ab und pariert andere gegnerische Attacken mit seinem Laserschwert. Wirklich großartig sind jedoch erst die Animationen der Jedi/Sith-Kräfte. Vom kleinen Wirbelsturm, über die Machtwelle, welche die Luft flimmern lässt und die Gegner quer durch den Raum schleudert, bis hin zu Lichtbögen, welche bei Entzugszaubern entstehen, ist alles dabei.

Sound



Die Sprachausgabe von KotOR ist absolut unglaublich! Über 50 verschiedene Sprecher wurden engagiert, um nahezu jede Textzeile des Spiels nachzusprechen (lediglich euer eigener Charakter bringt kein Wort raus) und ihre Leistung ist zweifellos das beste, was ich bisher in einem Konsolenspiel gehört habe. Sie vermitteln in der Tat eine große Dosis Persönlichkeit und Emotionen, womit nicht nur die dramatischen Szenen des Spiels gemeint sind. Vom Sith-Soldaten über einen betrunkenen Söldner, der ein paar Bräute beim Pod-Rennen aufreißen will, agiert jeder, wie es sein sollte. Bedauerlicherweise fehlt bei der Erstauslieferung der deutschen Fassung eben diese Sprachausgabe bei einigen der Dialoge.
Die Soundeffekte der Laserschwerter, Blaster, etc., kommen aus anderen Star Wars Spielen bekannt vor und passen somit ebenfalls in die Szenerie. Bei der musikalischen Untermalung versucht abermals Jeremy Soule, in John Williams Fußstapfen zu treten, was ihm äußerst gut gelingt. Aber das war nach seinen Stücken für Icewind Dale, Neverwinter Nights, etc., auch nicht anders zu erwarten.

Fazit

Nachdem ich ein Jahr mit Neverwinter Nights und seinen unzähligen Modulen verbrachte, fiel mir ziemlich genau eine Woche nach Vollendung des Erweiterungssets, Schatten von Undernzit, Knights of the Old Republic in die Hände. Ca. 2 Stunden verbrachte ich mit dem Spiel, bevor ich es in die NwN-Modul-Abteilung abschob. 2 Wochen später sah ich unzählige Tests des Spiel, welche das Spiel allesamt als DAS Rollenspiel schlechthin priesen, wodurch ich den Entschluss fasst, es weiter zu spielen und ich kann sagen, es hat sich gelohnt! Ist der Anfang des Spiels etwas mühselig (viel Herumgerenne, kleinere Ruckler trotz nicht so überwältigender Grafik und Kämpfe, die nur mit dem Blaster ausgetragen werden), nimmt es doch spätestens mit der Ankunft in der Jedi-Academy stetig zu und entwickelt sich zu einem der besten Rollenspiele, die ich je gespielt habe. Wer ein gutes Sci-Fi-RPG, oder wie ich einen würdigen Nachfolger zur Baldur's Gate Reihe sucht, ist bei Star Wars - Knights of the Old Republic an der richtigen Adresse! Die für BioWare typische epische Geschichte, brillanten Charaktere, Star Wars unverkennbaren Laserschwertduelle und letztlich die superbe akustische Untermalung machen das Spiel zu einem unvergessenem Erlebnis.

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Infoticker

  • Online: 38
  • Heute: 252
  • Vortag: 15.132
  • Tagesrekord: 52.832
  • Gesamt: 7.359

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